Lorenz-Burmann-Schule

Unterricht

Das Berufskolleg des Innungsverbandes des Westfälischen Dachdeckerhandwerks ist eine staatlich anerkannte Berufsschule in freier Trägerschaft.

Das Dachdecker-Berufskolleg ist ab dem 2. Ausbildungsjahr regierungsbezirksübergreifende Fachklasse für alle Auszubildenden im Dachdeckerhandwerk aus den Regierungsbezirken Arnsberg, Detmold und Münster.

Im ersten Ausbildungsjahr werden die Auszubildenden sowohl in verschiedenen Bezirksfachklassen vor Ort als auch am Dachdecker-Berufskolleg unterrichtet.

Der Unterricht an unserem Berufskolleg findet in Form von Blockunterricht statt. Dieser Blockunterricht verteilt sich auf jeweils zwei 5-wöchige Berufsschulblöcke pro Schuljahr (Ausbildungsjahr).

Die Blöcke verteilen sich wie folgt auf die jeweiligen Lehrjahre:

1. Ausbildungsjahr

Unterstufen-Grundkurs: U/G im ersten Schulhalbjahr
Unterstufen-Aufbaukurs: U/A im zweiten Schulhalbjahr

2. Ausbildungsjahr

Mittelstufen-Grundkurs: M/G im ersten Schulhalbjahr
Mittelstufen-Aufbaukurs: M/A im zweiten Schulhalbjahr

3. Ausbildungsjahr

Oberstufen-Grundkurs: O/G im ersten Schulhalbjahr
Oberstufen-Aufbaukurs: O/A im zweiten Schulhalbjahr

Gemäß dem aktuellen Bildungsplan für die Ausbildung zur Dachdeckerin/Dachdecker sind die Unterrichtsfächer folgenden Lernbereichen zugeordnet:

I. Berufsbezogener Lernbereich

Der berufsbezogene Lernbereich umfasst folgende Bündelungsfächer:
  • Decken von Dächern
  • Abdichten von Dächern und Bauwerken
  • Bekleiden von Außenwänden

Diese Fächer werden über den gesamten Bildungsverlauf unterrichtet und umfassen jeweils mehrere Lernfelder.

Ebenfalls dem berufsbezogenen Lernbereich zugeordnet sind die Fächer:

  • Fremdsprachliche Kommunikation/Englisch
  • Wirtschafts- und Betriebslehre

II. Differenzierungsbereich

  • Technologische Übungen

Die Technologischen Übungen sind fachpraktische Arbeiten in unseren Werkhallen, die von einem Werkstattlehrer betreut werden. Dabei wird in handlungsorientierter Weise das in die Praxis umgesetzt, was im theoretischen Unterricht erarbeitet wird. Insofern ergänzen diese Übungen den Unterricht im berufsbezogenen Bereich.

III. Berufsübergreifender Bereich

  • Deutsch/Kommunikation
  • Sport/Gesundheitsförderung
  • Politik/Gesellschaftslehre

Grundlagen für den Unterricht in diesen Fächern sind die gültigen Bildungspläne und Unterrichtsvorgaben für den entsprechenden Fachbereich der Fachklassen des dualen Systems der Berufsausbildung, sowie die Verpflichtung zur Zusammenarbeit der Lernbereiche.
Der Unterricht unterstützt die berufliche Bildung und fördert zugleich eine fachspezifische Kompetenzerweiterung.

Beschreibung der Bündelungsfächer

Decken von Dächern

Im diesem Fach sind die Lernfelder zusammengefasst, die sich mit dem Decken von Dächern beschäftigen. Zu Beginn des ersten Ausbildungsjahres machen sich die Schülerinnen und Schüler mit der baulichen und örtlichen Situation auf einer Baustelle vertraut und berücksichtigen die Unfallverhütungsvorschriften in Bezug auf Absturzsicherung und die eingesetzten Maschinen (LF 1). Darauf aufbauend erwerben sie Kompetenzen, um eine einfache, ungedämmte Dachfläche regensicher einzudecken (LF2). Sie entwickeln räumliches Vorstellungsvermögen, indem sie verschiedene Dachformen in Dreitafelprojektion oder perspektivisch als technische Zeichnung maßstäblich (M 1:100/M 1:200) darstellen. Die Schülerinnen und Schüler führen einfache Berechnungen zu Längen-, Winkel-, Flächen- und Materialmengen durch. Sie informieren sich über Holzqualitäten, Querschnitte und Verbindungsarten und -mittel. Anhand dieser Kompetenzen erstellen sie Holzkonstruktionen (LF 5).

Im zweiten Ausbildungsjahr liegt der Fokus darauf, die Funktionsschichten unterschiedlicher Dachaufbauten (Auf- und Zwischensparrendämmung) und Unterdächer (Unterspannung, Unterdeckung) in einem wärmegedämmten Dach in einen konstruktiven und bauphysikalischen Zusammenhang zu bringen. Die Schülerinnen und Schüler planen unter Beachtung der erforderlichen Funktionsschichten die unterschiedlichen Dachaufbauten. Dazu wählen sie die entsprechenden Werkstoffe aus (LF 8). Sie erstellen ergänzend dazu den Dachaufbau und die Eindeckung für Materialien, wie Schiefer, Faserzementplatten und in manchen Regionen auch Holzschindeln (LF 9). In beiden Lernfeldern schließen sie einfache Detailanschlüsse, wie Traufe, Ortgang und First an die unterschiedlichen Flächeneindeckungen an. Sie fertigen Skizzen z. B. Schnittzeichnungen an, um ihre Vorschläge zu Detaillösungen zu visualisieren.

Im dritten Ausbildungsjahr erweitern die Schülerinnen und Schüler ihre Kompetenzen im Bereich der Metalldeckungen mit den jeweils spezifischen werkstofftechnischen Anforderungen, z. B. thermische Längenänderung und Korrosion (LF 12). Sie erörtern die gesamte Detaillierung der zunehmend komplexen Dachbauteile. Die Schülerinnen und Schüler analysieren Detailausführungen in Bezug auf fachliche Richtigkeit und entwickeln Konstruktionskriterien. Sie bewerten vorhandene Detaillösungen auf der Grundlage dieser Kriterien (LF 13). Sie planen, montieren und berechnen Energiesammler, Blitzschutzanlagen und Einbauteile für geneigte und flache Dächer sowie für Fassaden. Sie informieren sich über die Gefahren im Umgang mit elektrischem Strom (LF 16).

Abdichten von Dächern und Bauwerken

Im diesem Fach sind die Lernfelder zusammengefasst, die sich mit dem Abdichten von Dächern beschäftigen. Im ersten Ausbildungsjahr setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit vorbereitenden Arbeiten im Abdichtungsbereich auseinander. Sie stellen einschaliges Mauerwerk oder Stahlbetonteile für Dachrandabschlüsse, Aufkantungen, aufgehende Wände oder Schornsteine her (LF 3, LF 4).

Im zweiten Ausbildungsjahr entwickeln die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen, um eine wärmegedämmte Fläche und deren Randanschlüsse mit bituminösen oder hochpolymeren Materialien abzudichten. Unter Beachtung der konstruktiven und bauphysikalischen Wechselwirkungen kombinieren sie die Funktionsschichten in den verschiedenen Dachaufbauten und bewerten sie nach ökologischen und ökonomischen Aspekten. Mithilfe von Schnittzeichnungen stellen sie die Dachaufbauten mit ihren Funktionsschichten dar. Sie führen bauphysikalische Berechnungen zur Dimensionierung der Wärmedämmung durch und berechnen die Dachfläche für die Materialkalkulation (LF 10). Die Schülerinnen und Schüler konzipieren Anlagen zur Ableitung von Niederschlagswasser (für außen- und innenliegende Entwässerungen) und machen sich mit der Funktionsweise von Notüberläufen und Regenwassernutzungsanlagen vertraut. Sie beachten dabei den notwendigen Gefälleverlauf und den Anschluss an die Funktionsschichten der Dachaufbauten (LF 7).

Im dritten Ausbildungsjahr erarbeiten die Schülerinnen und Schüler zunehmend selbstständig anspruchsvollere Details am flach geneigten Dach und an der Bauwerksabdichtung. Beim Zeichnen und Skizzieren von Detailschnitten erfassen die Schülerinnen und Schüler die Bauteile in verschiedenen Ebenen (LF 14). Sie bauen auf den Kompetenzen aus den Arbeitsprozessen mit Abdichtungsmaterialien aus dem LF 10 und LF 7 bei der Instandhaltung von Dach- und Wandflächen auf (LF 17).

Bekleiden von Außenwänden

Im diesem Fach sind die Lernfelder zusammengefasst, die sich mit dem Bekleiden von Außenwänden beschäftigen.

Das Fach Außenwände bekleiden ist zeitlich im zweiten und dritten Ausbildungsjahr angesiedelt.

Die Schülerinnen und Schüler planen den Aufbau, die Befestigung und die Bekleidungsart von wärmegedämmten und hinterlüfteten Außenwandbekleidungen. Dabei können sie die erworbenen Kompetenzen aus dem Bereich des geneigten Daches mit seinen Unterkonstruktionen und kleinformatigen Deckmaterialien nutzen. Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über die Ausbildung der Unterkonstruktion und deren Verankerung bzw. Verbindung, die Windsogsicherung der Platten und planen die Anordnung der Funktionsschichten in der vorgehängten Fassade. Neben Schnittzeichnungen durch den Wandaufbau stehen Berechnungen für die Materialkalkulation und Dämmstoffdimensionierung im Vordergrund. Die Schülerinnen und Schüler werden zunehmend sicherer im Umgang mit Tabellenwerken, Fachregel- und Gesetzestexten. Aus denen wählen sie beispielsweise Auszugswerte und Dimensionierung von Schrauben, Formaten, Höhen- und Seitenüberdeckungen und Kennzahlen für die Wärmedämmstoffberechnungen aus (LF 11).

Im dritten Ausbildungsjahr verknüpfen die Schülerinnen und Schüler die Grundlagen der konstruktiven Durchbildung von Detailanschlüssen an der Außenwandbekleidung mit bereits erworbenen Kompetenzen aus Lernfeldern zum Decken von Dächern oder zur Bauwerksabdichtung. Durch Kriterien geleitete Analysen von Bauteilübergängen (Sockel/Wand oder Wand/Dach) und Durchdringungen bringen sie die verschiedenen Ausführungen in einen Zusammenhang und erkennen immer wiederkehrende Prinzipien in der Baukonstruktion (LF 15).

Zuordnung Lernfelder zu Bündelungsfächern und Berufsschulblöcken

Die Zuordnung der Lernfelder zu Bündelungsfächern in den einzelnen Berufsschulblöcken ist als PDF-Dokument verfügbar.
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DDApp QR-Code

Die App für die Dachdeckerausbildung ist per QR-Code erreichbar, so dass sie leicht per Smartphone aufgerufen werden kann.

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